M1 Rallye Masters
 
 
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Schwer wie nie: M1-Teams bestehen „die Rebenland“ bravourös!
 

Die schwierigste Rebenland-Rallye ever! Kompliment an die M1-Piloten: Von sieben gestarteten Teams der M1 Rallye-Masters sahen fünf das Ziel, die beiden Ausfälle waren technikbedingt. Den Sieg schnappte sich Titelverteidiger Günther Knobloch, nachdem ein möglicher Konkurrent - der bärenstarke Ford Focus RS M1 - vorerst verloren ging...

Fotos: Harald Illmer, Peter Hartmann

Die Piloten der M1 Rallye-Masters wurden noch nie so hart auf die Prüfung gestellt wie bei dieser Rebenland-Rallye – die wegen des üblichen Rollsplits ohnehin schon schwierigen Sonderprüfungen rund um Leutschach wurden durch winterliche Verhältnisse erheblich verschärft, so gab es im Laufe der Rallye alle möglichen und unmöglichen Bedingungen: Schnee, Eis, Matsch, Regen, Nebel. Highlight war dann am Samstagnachmittag nach einem komplett durchgeregneten Tag der dichte Schneefall auf den höher gelegenen Prüfungen Eichberg und Schlossberg, die für viele zum „Blindflug“ wurden. Eines ist klar: Die sieben gestarteten Teams der M1 Rallye-Masters erlebten allesamt eine aufregende Rallye, fünf von ihnen haben es letztendlich ins Ziel geschafft. M1-Videomann Georg Höfer applaudiert: „Bei diesen schwierigen Bedingungen ist das eine erfreuliche Ankunftsquote. Michael Röck (Ford Racing-Rookie 2016 hat sich gegenüber dem Vorjahr sehr stark gesteigert – das Ergebnis war ein verdienter Sieg in der LG-2 Wertung der M1, sowie ein ORC-2000 Podium. Der aktuelle Racing-Rookie Patrick Knoll musste zwar das ebenfalls stark fahrende Duo Ritt/Obernhuber ziehen lassen, darf die Zielankunft auf Rang 4 bei seiner ersten Rallye vor den italienischen Gästen im Ford Mustang ganz sicher als Erfolg verbuchen.“

Ursprünglich hätten im Rebenland acht M1-Teams am Start sein sollen, doch ausgerechnet der mit Spannung erwartete Ford Focus RS M1 von Heinz Otto Sagel und Marvin Pollmeier schaffte es nicht durch die Technische Abnahme. Sagel erklärt: „Wir haben offenbar das Reglement nicht richtig gelesen. Wir hatten nur einen Handfeuerlöscher im Auto, was in Deutschland in unserer Serien-Klasse auch genügt. Auch den Stromunterbrecher müssen wir in Deutschland nicht haben. Also mussten wir entsprechend umbauen.“ Da das Team den schneeweißen Boliden erst Freitagabend durch die Abnahme brachte, war ein Einstieg in den Wettbewerb nicht mehr möglich, doch das deutsche Duo durfte am Samstag als Vorausauto auf die Prüfungen: „Wir durften immerhin noch das Auto bewegen und die Strecken waren sehr anspruchsvoll, am Schluss waren sie richtig seifig.“ Wann werden wir den 350 PS starken M1-Focus im Bewerb sehen? Ein Start bei der Lavanttal-Rallye sei aus Termingründen nicht möglich, bedauert Sagel, doch man werde die Premiere ehe baldigst nachholen, versprach der Preuße.

Titelverteidiger Günther Knobloch konnte am schwierigen Freitag von einem „problemlosen Run“ im Subaru Impreza WRX M1 berichten. Der vormals international erfolgreiche Motorradrennfahrer orientiert sich bekanntlich vorwiegend am Gesamtklassement und den Zeitunterschieden zu den Top-Fahrzeuge – so gelangen ihm und Copilot Jürgen Rausch auf SP 12 mit der neuntbesten Gesamtzeit eine echte Sensation: „Da hat wirklich alles gepasst.“ Doch gleich auf der nächsten Prüfung gab es einen gewaltigen Dämpfer: „Auf dem Rundkurs hatten wir auf der zweiten Runde plötzlich keinen Vortrieb mehr - als wäre die Halbachse gebrochen.“ Nachdem das Problem im Service gelöst werden konnte, fuhr Knobloch dem sicheren Sieg in der M1 entgegen, im Österreichischen Rallye Cup (ORC) konnte er mit Platz zwei hinter Martin Kalteis im Gruppe H-Mitsubishi das Maximum herausholen. Knobloch zeigte sich im Ziel begeistert: „Wir konnten auf der letzten Prüfung noch einen R5 im Gesamtklassement überholen - da sind wir noch einmal die Winterreifen gefahren, damit wird die auch noch ausprobiert haben. Es war schwierig, anspruchsvoll, sensationell, lustig - es war einfach richtig geiles Rallyefahren!“

Einen souveränen Auftritt lieferte Michael Röck, der heuer in seinem Ford Fiesta ST R1 M1 seine zweite Rallye-Saison bestreitet. Während er im Vorjahr im Rebenland seine erste Rallye absolvierte und dabei vordergründig überhaupt erst das Format Rallye studieren konnte, wusste Michael diesmal, was auf ihn zukommen wird. Außerdem sitzt heuer mit Patrick Forstner der ehemalige Copilot von Daniel Wollinger an seiner Seite, dessen Erfahrung natürlich ein weiterer Optimierungsschritt für den besonnenen 21-Jährigen ist. Und so konnte Röck die gesamte Rallye über immer wieder aufzeigen, ohne dabei zu viel Risiko einzugehen: „Vor allem am Samstag, als es durchgehend regnete und wir daher Regenreifen einsetzten und es keine ‚Qual der Reifenwahl‘ gab, konnte ich mich immer besser auf die Bedingungen einstellen - so konnten wir uns auf manchen Prüfungen sogar vor Autos der Klassen R2 oder S1600 klassieren. Wenn man bedenkt, dass diese Autos mindestens das Doppelte kosten als mein M1-Fiesta, dann ist das schon ein gutes Gefühl.“

 Mit einem mit Plastikfolie zugeklebten vorderen linken Seitenfenster ihres Volvo 740 M1 kamen Martin Ritt und Anna-Maria Obernhuber ins Ziel. „Auf dem ersten Schlossberg-Rundkurs ist uns ein ‚Schneestipfel‘ durch das Seitenfenster gekommen“, erzählt Ritt. Das habe jedoch wenig Zeit gekostet, auch die eingeschränkte Sicht habe sich lediglich auf den Verbindungsetappen ausgewirkt: “Auf Kreuzungen beispielsweise. Auf der Prüfung jedoch war es genauso egal wie der umgeknickte Rückspiegel - auch den braucht man normalerweise nicht auf der SP.“ Richtig brenzlig wurde es für das Duo Ritt/Obernhuber auf SP 11: „Wir hatten einen Dreher und sind einen Hang hinuntergerutscht - bis wir uns befreien konnten, dauerte es mehr als vier Minuten.“ Dass noch eine Minute an Zeitstrafe hinzukam, weil man am Freitag bei einer Zeitkontrolle zu früh gestempelt hat, fällt bei diesem turbulenten „Höllenritt“ schon gar nicht mehr ins Gewicht. Obschon von der Performance her oftmals zweitschnellstes M1-Team, belegte Ritt am Ende den dritten Platz bei den M1 Rallye-Masters sowie Platz elf im ORC. Der Start im Lavanttal sei jedenfalls sicher: „Bis dahin habe ich noch genug Zeit, um den Wagen wieder flott zu bekommen, die Schäden sind ja nur Kosmetik.“

 „Ich habe bei meiner ersten Rallye alles gehabt bis auf ein schönes Wetter - ich nehme da sehr viele Eindrücke mit“ - so knochentrocken resümierte Patrick Knoll sein Rallyedebüt. Der aktuelle Ford Racing Rookie machte es wie sein Vorgänger Michael Röck und trat im gewonnenen Ford Fiesta ST bei den M1 Rallye-Masters an. Mit dem vierten Platz bei den M1 wurde er belohnt. Im Ziel nach den verschneiten Schlussprüfungen meinte Knoll erleichtert: „Jetzt bin ich aber froh, dass wir es bei diesen Bedingungen überhaupt ins Ziel geschafft haben.“

Das Ziel wurde Florian Liendl und Eveline Gauster verwehrt, die beiden fuhren mit dem M1 LG2-Siegerwagen des Vorjahres, dem Renault Clio 4 RS M1 von Enrico Windisch und konnten damit bis zur fünften Prüfung Platz zwei der M1 belegen, ehe sie wegen Defekt aufgeben mussten. Liendl erklärt: „Wir sind irgendwo mit dem Kraftstofftank aufgesessen - von da an hatten wir keine Motorleistung mehr. Entweder war eine Leistung abgezwickt oder die Pumpeneinheit defekt.“

Ebenfalls keine Zielflagge sahen Christian Pirz und Fritz Krump, der einmalig als Beifahrer eingesprungen ist. Der im komplett neuen Design erstrahlte Citroen DS3 M1 wollte offenbar die Nerven seiner Insassen prüfen, indem er immer wieder in das Notprogramm schaltete. Nach SP 13 war dann Schluss. Immerhin fand man hernach den Grund: Ein sogenannter „Groschenteil“ war schuld: Ein defekter Bremslichtschalter sorgte dafür, dass das Motorsteuergerät glaubte, das Bremssystem sei defekt. Am Freitag riss man sich in einem Cut einen Radbolzen ab, auf dem Weg ins Service verabschiedete sich schließlich das ganze Rad. Pirz dazu: „Ich denke, jetzt haben wir alles Pech verbraucht und im Lavanttal sollte dann alles passen.“

 Um sich ein Bild machen zu können, wie anspruchsvoll diese Rebenland-Rallye war, lausche man den Worten des bekannten italienischen Journalisten Fabio Villa, der als Beifahrer von Ruggero Ravaglioli im Ford Mustang M1 die verrückte Rallye erlebte und auf Platz fünf der M1 auch das Ziel erreichte: „In all den Jahren, in welchen ich über den Rallyesport schreibe oder selbst fahre, kann ich mich nur an eine Rallye erinnern, die noch schwieriger war: Monte Carlo 1987.“

Den aktuellen Stand der Gesamtwertung und die Links zu den Einzelergebnissen der Rallye finden Sie HIER!

presse@rallye-masters.at

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